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Wie kommt man dazu?

Draußen, in der Welt jenseits der Tastatur, gibt es zwei Fragen, die einen Autoren begleiten, sobald er so unvorsichtig ist und sich zu erkennen gibt. Erstens: »Kann man davon leben?« (sorry, die Antwort darauf gebe ich bei anderer Gelegenheit ;-) ). Und: »Wie kommt man dazu zu schreiben?«

Die Antwort auf letztere Frage ist einfach: durch Zufall. Autor zu werden kann man nicht planen. Es gibt keinen Studiengang, keinen Abschluss, keinen Angestelltenvertrag am Horizont, keine Sicherheit – aber dafür bist du Autor und frei.

Den Zufall, der mich auf den Weg zum Autor brachte, kann ich genau datieren: Dezember 1996, Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel, Schreibwerkstatt Sciencefiction-Kurzgeschichte, Dozenten Klaus N. Frick und Wolfgang Jeschke. Ersterer Chefredakteur von PERRY RHODAN, letzterer zu dieser Zeit Herausgeber der Reihe Heyne Science Fiction.

Der Zufall wollte es, dass ich damals am Ende des Studiums stand und noch nicht entschieden hatte, wie es weitergehen sollte. Ich hörte von dem Seminar, meldete mich aus einem Impuls heraus an (ehrlich gesagt, war ich vor allem neugierig auf die beiden Dozenten ;-) ), machte mich Freitag Mittag auf den weiten Weg aus dem äußersten Südwesten in den Norden, ohne recht zu wissen, was mich erwartete – und zwei Tage später hatte mein Leben einen neuen Kurs eingeschlagen.

Der Kontakt zu Klaus war hergestellt (was später in meine Mitarbeit bei PERRY RHODAN münden sollte), Wolfgang Jeschke hatte mich als Übersetzer für Heyne angeheuert und eine der beiden Stories, die ich mitgebracht hatte, angekauft, und die zweite Story sollte einige Monate später im Computermagazin C’t erscheinen. Mit anderen Worten: Ich hatte plötzlich den Fuß in einer Tür, die ich vorher für so fest verschlossen gehalten hatte wie die eines Banktresors.

Mehr noch, ich hatte Gleichgesinnte getroffen und damit das Gegengift zu dem Paradox gefunden, das das Schreiben plagt: die Einsamkeit. Du schreibst über das Leben. Aber um zu schreiben, musst du dich oft und über lange Zeiträume vom Leben zurückziehen.

Über die Jahre habe ich immer wieder Schreibwerkstätten besucht (und inzwischen auch geleitet). Ganz gleich, in welcher Rolle, zu welchem Thema, mit welchen Leuten: Ich habe noch keine davon bereut. Aus jeder habe ich gelernt, sowohl menschlich als auch für meine Arbeit.

Nur: Eines hat mir immer gefehlt. Die Werkstätten waren zu kurz, mehr als ein Wochenende war nie drin. Gerade ausreichend, um über Kurzgeschichten zu sprechen, aber viel zu kurz, um etwa Romanprojekte voranzubringen. Und: Eben bist du angekommen, schon ist es wieder vorbei, und die Leute, die du mögen und schätzen gelernt hast, verstreuen sich hektisch in Richtung Alltag …

Schade, aber kann man nichts machen, habe ich lange Zeit gedacht. Bis ich letzten Sommer mit meinem Kollegen Michael Marcus Thurner auf einer Bierbank vor dem Bürgerhaus in Garching zusammensaß und wir ins Sinnieren kam. Schnell stellte sich heraus, dass es Michael erging wie mir: Schreibwerkstätten hatten ihn auf den Weg zum professionellen Autor gebracht, und auch er spürte, dass da noch viel Potential ist. Man müsste es nur ausschöpfen.

Wir beschlossen, zu schöpfen.

Und das ist das Ergebnis: »Das Schreibcamp – zusammen fantastische Romane schreiben«.

Die Wege des Vatrox

»Das Sein bestimmt das Bewusstsein« wird Karl Marx gern sinngemäß zitiert. Es ist eine Feststellung, die inzwischen hundertfünfzig Jahre alt ist – Zeit genug, dass die Ideologien, die sich auf sie berufen, längst (und zumindest temporär) wieder darniederliegen.

Die Eignung als Maxime für eine Gesellschaftsordnung ist somit zweifelhaft, aber in meiner Eigenschaft als Romanautor kann ich berichten, dass sie mir als extrem nützliches Werkzeug dient.

Eines der zentralen Probleme beim Schreiben ist die Erschaffung von lebendigen, vielschichtigen Charakteren. »Das Sein bestimmt das Bewusstsein« gibt hierfür eine praktische Leitlinie. Simpel ausgedrückt: Du hast dein Szenario und siehst einfach genau hin. Welche Rolle spielt Charakter Y darin? Er ist, sagen wir ein Banker. Wie sieht der Alltag eines Bankers aus? Wie sind seine Arbeitszeiten? Was macht er den lieben langen Tag über? Ist er gezwungen Dinge zu tun, die moralisch zweifelhaft sind? Was für eine Biersorte trinkt er nach Feierabend mit den Kollegen? Trinkt er überhaupt Bier? Sitzt er überhaupt jemals mit den Kollegen zusammen?

Dieses Fragespiel lässt sich unendlich fortsetzen, aber ist mit Vorsicht zu genießen. Es führt mit etwas Glück zu einem Charakter, den man buchstäblich in- und auswendig kennt, ist aber auch eine Falle. Denn jeder Charakter, auch die Hauptfigur, muss sich dem Gesamtgefüge der Geschichte unterordnen. Das kann bedeuten, dass für einen Charakter weniger Raum vorhanden ist, als man es sich wünschte.

Ein gutes Beispiel dafür ist eine Figur aus Perry Rhodan 2500: Frequenzfolger Sinnafoch.

Im Jubiläumsheft (das ungefähr 150.000 Dinge leisten soll, dazu mehr hier) hat der Vatrox eine klar definierte Rolle: Sinnafoch ist der Schurke, der Anführer der Bösen. Und auch wenn ihn die Begegnung mit den Terranern, die in einer unvermuteten Niederlage endet, erschüttert, bleibt er durch das Geschehen im Grunde unverändert. Sinnafoch erfüllt seine Funktion, mehr nicht.

Im Gesamtgefüge des Romans ist das stimmig, aber mir behagte das nicht. Sinnafoch, spürte ich, hat weit mehr Potential. Und mit den Romanen 2529 »Der Weg des Vatrox« und 2530 »Der Oxtorner und die Mehandor« (und, so viel kann ich verraten, auch mit Perry Rhodan 2535) erhielt ich die willkommene Gelegenheit, Sinnafochs Potential auszuloten.

In beiden Romanen steht Sinnafoch im Mittelpunkt. Er bekommt entsprechend Raum … und den Rest erledigt die Maxime »Das Sein bestimmt das Bewusstsein«. Sinnafoch wird in ein neues Sein geworfen. Er ist Gefangener statt Feldherr, statt von der Zentrale eines Raumschiffs oder eines Polyport-Hofs Befehle zu geben, muss er auf sich allein gestellt gegen die rabiate Natur der Extremwelt Oxtorne behaupten, statt Macht bleibt ihm nur bittere Ohnmacht.

Und, siehe da, Sinnafoch lebt. Er überlebt, er lebt auf, er lebt so intensiv, stellt er verblüfft fest, wie niemals zuvor. Er überrascht sich selbst und – das Beste, was einem Autor passieren kann – seinen Schöpfer.

Ich bin gespannt, wohin die Wege des Vatrox uns noch führen werden …

PS: Wer mit anderen Lesern über den Roman diskutieren möchte, findet hier den entsprechenden Thread (vorsicht Spoiler!) im Verlagsforum. Und natürlich sind Kommentare hier im Blog willkommen! :-)

Eine Nacht in Terrania

Hörbuch "Eine Nacht in Terrania"Es geschah im Sommer dieses Jahres: In Garching bei München fand der GarchingCon 8 statt. Schwerpunkt war PERRY RHODAN 2500 – ein Roman aus meiner Feder.

Entsprechend war mein Con-Erlebnis. Kurz gesagt: überwältigend.

Und entsprechend war meine Stimmung am Samstag Abend an der Bar des Bürgerhauses Garching. Aber es gibt nichts, was man nicht toppen kann. Marc A. Herren, Spezialist in Sachen Toppen, nahm die Sache in die Hand und zeigte uns auf, was man mit Gläsern, Strohhalmen, Feuer und Alkohol so alles anstellen kann … :-)

Die Folgen: meine Handfläche war eine Woche lang angesengt … und mit “Gesänge der NACHT” und “Eine Nacht in Terrania” entstanden zwei Geschichten, die jene Nacht in Garching aufgreifen – und dazu noch zusammen erschienen sind: als PERRY RHODAN EXTRA 9.

Eine Welt in tausend Worten

Ein Hinweis für Leute, die ihre Termine weit im Voraus planen: Das Programm 2010 der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel ist erschienen. Wie üblich bietet die Akademie Dutzende von interessanten Seminaren an – und ebenfalls wie üblich zu günstigen Preisen und inklusive Unterbringung & Verpflegung.

Vom 19. bis 21. November 2010 werde ich wieder das Vergnügen haben, eines dieser Seminare zu unterrichten: Unter dem Titel “Eine Welt in tausend Worten” werden Klaus N. Frick und ich uns mit dem Schreiben von Sciencefiction-Kurzgeschichten beschäftigen. Weitere Informationen zum Seminar, das komplette Seminarprogramm der Akademie und das Anmeldeformular findet ihr hier.

PS: Für Kurzentschlossene  ein Tipp: Vom 11. bis 13. Dezember 2009 gibt Klaus N. Frick zusammen mit Perry-Rhodan-Autor Uwe Anton ein Seminar zur SF-Kurzgeschichte in Wolfenbüttel. Infos gibt es hier.

Bye-bye, Google :-)

Es hat sich herumgesprochen: Google ist unersättlich. Die Suchmaschine speichert jede Suchanfrage ab, stöbert durch unsere GMail, um passende Werbung einzublenden – und mit jedem neuen coolen Dienst, den wir benutzen (oder besser: “auf den wir reinfallen”?), erfährt Google mehr über uns.

Gut zu wissen, dass man sich jetzt mit einem einfachen Mausklick von Google verabschieden kann … ;-)

Google Opt Out Feature Lets Users Protect Privacy By Moving To Remote Village

Die Asimaner kommen!

Ich schreibe Science Fiction. Ich bin Vater.

Es sind zwei Rollen, die meinen Mitmenschen zuweilen unvereinbar anmuten – wer Raumschiffe im Kopf hat, hat keinen Kopf für Anderes, schon gar nicht für Kinder, so offenbar die Auffassung – deshalb hier eine kleine Korrektur: doch, es geht (sogar prima, die meiste Zeit) und nein, ich schreibe über ferne Welten, aber ich lebe nicht in ihnen. Mein Büro gleicht weder einem Raumschiffscockpit noch sind die Wände mit einschlägigen Postern gepflastert, noch versinke ich in Merchandise. (»Krempel«, wie es früher einmal hieß …)

Aber ich liebe Bücher. Weshalb ich viele besitze, mit bunten, oft schreiend bunten Covern. Dementsprechend ist mein Sohn Tim, der diesen Sommer fünf wird, mit Raumschiffen, Planeten in Großansicht und Aliens in – oftmals glitschigem – Detail vertraut.

Und, ich gestehe, als Vater hege ich manchmal den Traum, dass Tim sich an ähnlichen Dingen begeistert wie ich. (In Maßen wenigstens. Meine derzeitige Standardantwort darauf, wie es sich als Autor lebt, ist: »Wollte mein Sohn Autor werden, ich würde es ihm verbieten!«)

Das ist jetzt geschehen, allerdings anders als ich es mir je hätte erträumen lassen …

In unserer Küche steht ein CD-Player, daneben ein Stapel CDs. Eigentlich über der Griffhöhe von neugierigen Fünfjährigen, aber natürlich mit Hilfe eines Stuhls und etwas Kletterei ein Kinderspiel. Tim schaut sich oft die CDs an, und eines Tages kam es, dass er plötzlich eine Doppel-CD in der Hand hielt: »Jeff Wayne’s Musical Version of The War of the Worlds«. Ein Klassiker von Ende der Siebziger, definitiv in meiner persönlichen Top Ten, mit hübsch gemachtem, bebildertem Booklet – und definitiv nichts für Kinder.

Aber was kümmert das ein Kind?

»Was ist das für eine CD?«, wollte Tim wissen, blätterte durch das Booklet und ich gab Antwort, so gut ich konnte. »Es ist eine Geschichte«, erklärte ich, »aber keine wahre. Sie handelt von Marsianern, die die Erde erobern wollen, und die Maschinen auf den Bildern sind ihre Roboter.«

»Asimaner?«, fragte Tim. »Was sind Asimaner?«

»Marsianer«, antwortete ich. »Sie kommen vom Mars.«

Und Tim fragte: »Sind Asimaner Menschen?«

Damit hatten die Marsianer ihren neuen Namen weg. Sie sind und bleiben für Tim »Asimaner«. (Wieso, wird mir auf immer ein Rätsel bleiben, tendiert Tim doch schon jetzt dazu, mir rhetorisch überlegen zu sein und kriegt sonst die Aussprache von fast jedem Wort hin.)

Tim wollte natürlich mehr über die Asimaner wissen. Bald wollte er die CD hören – und jetzt, jetzt hört er sie ständig.

Nein, wir. Denn sein bevorzugter Platz ist auf meinem Schoß, wo er sein Müsli mampft und mir Löcher in den Bauch fragt. Was war das für ein Geräusch? Wieso ist die Musik jetzt so traurig? Wieso jetzt so fröhlich? Und immer wieder: Was hat der Mann gerade wieder gesagt?

»Der Mann« ist Richard Burton, der Erzähler. Er berichtet von der Invasion der Marsianer und dem Untergang unserer Zivilisation – und ich bin sein Übersetzer. Ein diplomatischer Vermittler zwischen den Welten und – Tim, wenn du das hier in ein paar Jahren liest, wirst du mir hoffentlich verzeihen – um eine, sagen wir, altersgerechte Interpretation der Ereignisse bemüht.

So gut es eben geht.

Also manchmal nicht ganz so gut.

Auf der zweiten CD des Sets gibt es folgende Szene: Der Erzähler ist in einem Keller zusammen mit einem Pfarrer gefangen, der über den Tod seiner Frau den Verstand verloren hat. Über ihnen hocken die Marsianer, die Menschen fangen, ihnen das Blut abzapfen und sich selbst injizieren. Schließlich wird der Druck zu groß, der Pfarrer verliert den letzten Rest von Verstand. Er schreit auf, die Marsianer finden ihn und schleppen ihn nach oben, um ihn auszusaugen …

Tim fragt: »Was ist da los?«

Ich: »Hm, die Marsianer verschleppen den Pfarrer.«

Tim: »Wohin? Was machen die Asimaner mit ihm?«

Ich: (Mit dem Mut zu einem Schuss Wahrheit) »Hm, äh … sie mache ihn wohl … äh … tot.«

Tim (ungerührt): »Wie?«

Ich: »Vielleicht mit einer Pistole?«

Tim (ungerührt): »Asimaner haben keine Pistolen.«

Ich: »Mit einem Feuerstrahl?«

Tim: (ungerührt) »Nein. Es hat nicht gezischt.« (Wie gesagt, er hört genau hin.)

Ich: »Vielleicht haben sie ihn ganz arg gehauen? Wenn man jemanden ganz arg haut, ist er auch tot.«

Tim: »Geht nicht.«

Ich: »Wieso?«

Tim: »Asimaner haben Krallen, sie können nicht hauen. Die Asimaner haben ihn beim Verschleppen mit ihren Krallen zerrissen.«

Ich: »Ah ja … wenn du meinst.«

Nachdem diese Frage geklärt ist, löffelt Tim zufrieden weiter an seinem Müsli … und wir beide lernen weiter. Über Invasionen und ihren Sinn oder Unsinn: »Wieso erobern die Asimaner die Erde?«, legt Tim den Finger in die eigentliche Wunde. Darauf weiß ich keine Antwort und werde wohl keine finden. (Sachdienliche Hinweise werden gerne entgegen genommen.) Über Raumfahrt – wer baut die besseren Raumschiffe: wir oder die Asimaner? Über Astronomie – der Mars ist größer als die Erde, schon gewusst? (Zumindest behauptet Tim das steif und fest :-) ) Über weiße und rote Blutkörperchen und das Immunsystem von Menschen und Asimanern. Die Liste der Dinge, die wir lernen, scheint endlos.

Und das Beste ist: die praktische Konsequenz von theoretischem Wissen. Nicht Menschen haben die Asimaner besiegt, sondern Bakterien. Seit Tim das weiß, schrubbt er mit einem Elan die Bakterien von den Zähnen, der nicht von dieser Welt anmutet.

Danke, Asimaner! Ihr könnt kommen!

PS1: Mittlerweile gibt es eine fast unübersehbare Zahl von Ausgaben des Musicals. Das Amazon-Link im Text oben verweist auf die neueste, die zum dreißigsten Jahrestag der Erstveröffentlichung erschienen ist. Eine MP3-Version von War of the Worldsgibt es ebenfalls bei Amazon.

PS2: Ein ganz besonderer Dank geht an Marc A. Herren (den Neu-Canarier), der sich die Asimaner vor der Veröffentlichung noch einmal kritisch angeschaut hat. Evtl. verbliebene Fehler gehen ganz und gar auf mein Konto.

© Frank Borsch, 2009. Text-Adresse: http://www.blosse-worte.de/?p=639

Wo sie schreiben

whereiwriteHier ein Link, das mir mein Kollege Michael Marcus Thurner geschickt hat: where I write. Zwanzig Einblicke in die Arbeitsstätten amerikanischer Sciencefiction- und Fantasy-Autoren.

Neben der Tatsache, dass die alten Kämpen nicht jünger werden (siehe Frederik Pohl, der sich gerade noch hinter dem Schreibtisch halten kann) fallen zwei Dinge ins Auge: Erstens, SF-Autoren lieben Bücher  & Papier und nur die wenigsten werden der Flut Herr. Und zweitens: Von Ergonomie am Arbeitsplatz haben die wenigsten gehört. ;-)

Robert Feldhoff: ein Nachruf

Robert Feldhoff

Robert ist tot. Die Nachricht hat uns Perry-Rhodan-Autoren schon vor einigen Tagen erreicht, und noch immer sperrt sich etwas in mir gegen sie, kann ich sie nicht so recht glauben. Robert tot? Robert, der mit Mitte Vierzig so sportlich und jugendlich wirkte, wie es nur den wenigsten Dreißigjährigen vergönnt ist?

Ich erinnere mich an ein altes Gruppenfoto des Perry-Rhodan-Autorenteams, auf das ich vor Jahren als Redakteur beim Aufräumen des Büros gestoßen bin. Die Autoren auf einer Wiese vor dem Rastatter Schloss. Vorne Robert, damals noch keine dreißig, braungebrannt, mit lockigem Haar und Netz-T-Shirt. Als hätte ein brasilianischer Fußballstar in Rastatt vorbeigeschaut und wurde von seinen Fans (eher ältere, gutbeleibte Herren) zu einem Erinnerungsfoto aufgefordert.

Robert stach heraus. In vielerlei Hinsicht.

Wir waren keine Freunde. Robert war ein ruhiger, zurückhaltender Mensch. Und dazu kam: Er war Norddeutscher, ich bin Süddeutscher. Der mir selbstverständliche Small Talk schien ihm eher eine Pflichtübung, alles darüber hinaus unheimlich.

Doch zwischen uns herrschte Respekt. Robert war ein herausragender Autor. Es ist kein Zufall, dass er die meisten Schlüsselromane der Serie der letzten Jahre geschrieben hat. Seine Geschichten besaßen jenen »Sense of Wonder«, den wir Sciencefiction-Begeisterte suchen. Roberts Romane haben mich angerührt. Ich habe sie schlicht verschlungen.

Perry Rhodan hat Robert unendlich viel zu verdanken. Und das nicht nur als Schriftsteller.

Als Exposé-Autor hat Robert die Serie über viele Jahre geprägt, die ganz großen Räder gedreht. Robert ist zu verdanken, dass Perry Rhodan nach wie vor der Gigant der deutschen Phantastik ist.

In der Exposé-Arbeit spielte Robert seine Stärken aus: seine Sachlichkeit, seine Team-Fähigkeit, seine Disziplin, seinen unerschöpflichen Ideenreichtum. Robert war mit Herz und Verstand bei der Sache und er besaß eine Fähigkeit, die nur wenige ihr Eigen nennen können: Er vermochte in Gedanken einen Schritt zurücktreten und die eigene Arbeit mit Abstand betrachten.

Und: Robert konnte loslassen. Wie oft habe ich als Autor seine Exposés umgeschmissen und mein eigenes Ding daraus gemacht. Robert, der in jedes einzelne Exposé viel Arbeit und Herzblut steckte, hat sich nie daran gestört. Eine Mail, ein Anruf genügte, um uns abzusprechen und grünes Licht zu bekommen für meine Änderungen – und oft kam eine Stunde, zwei nach unserem Gespräch eine Mail von Robert mit Vorschlägen, wie wir noch mehr aus meinen Ideen herausholen könnten.

Das ist wahre Größe.

Ein bemerkenswerter Mensch hat uns verlassen.

Zwei Wochen Europa - und die Folgen …

Ein junger Kanadier reist für zwei Wochen nach Europa, schaltet das Handy aus, um Roaming-Gebühren zu sparen, und ignoriert Internet-Cafés. Seine Freundin, zu deren Stärken offensichtlich nicht unbedingt Zuhören zählt, bekommt es nicht mit … und trennt sich von ihm per Mail, betrügt ihn, versucht sich wieder mit ihm zu versöhnen, trennt sich wieder und versucht schließlich, alles aus der Welt zu schaffen. Vergeblich. Denn Mails und Nachrichten auf der Mailbox sind für die Ewigkeit …

Wort für Wort authentisch? Ausgeschmückt? Oder alles erfunden? Ich finde: egal. Einfach gut. :-)

Perry Rhodan 2500: das (Mini-)Gewinnspiel II

pr2500_hoerbuchMein kleines Gewinnspiel zu Perry Rhodan 2500 ist vorüber. Drei Gewinner sind ausgelost – Gratulation an Guido, Patrick und Herbert! :-) – und bekommen in den nächsten Tagen jeweils ein signiertes Exemplar einer Sonderedition der Hörbuch-CD des Romans.

PS: Ein dickes Dankeschön an die vielen Leser, die mitgemacht haben!