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Robert Feldhoff: ein Nachruf

Robert Feldhoff

Robert ist tot. Die Nachricht hat uns Perry-Rhodan-Autoren schon vor einigen Tagen erreicht, und noch immer sperrt sich etwas in mir gegen sie, kann ich sie nicht so recht glauben. Robert tot? Robert, der mit Mitte Vierzig so sportlich und jugendlich wirkte, wie es nur den wenigsten Dreißigjährigen vergönnt ist?

Ich erinnere mich an ein altes Gruppenfoto des Perry-Rhodan-Autorenteams, auf das ich vor Jahren als Redakteur beim Aufräumen des Büros gestoßen bin. Die Autoren auf einer Wiese vor dem Rastatter Schloss. Vorne Robert, damals noch keine dreißig, braungebrannt, mit lockigem Haar und Netz-T-Shirt. Als hätte ein brasilianischer Fußballstar in Rastatt vorbeigeschaut und wurde von seinen Fans (eher ältere, gutbeleibte Herren) zu einem Erinnerungsfoto aufgefordert.

Robert stach heraus. In vielerlei Hinsicht.

Wir waren keine Freunde. Robert war ein ruhiger, zurückhaltender Mensch. Und dazu kam: Er war Norddeutscher, ich bin Süddeutscher. Der mir selbstverständliche Small Talk schien ihm eher eine Pflichtübung, alles darüber hinaus unheimlich.

Doch zwischen uns herrschte Respekt. Robert war ein herausragender Autor. Es ist kein Zufall, dass er die meisten Schlüsselromane der Serie der letzten Jahre geschrieben hat. Seine Geschichten besaßen jenen »Sense of Wonder«, den wir Sciencefiction-Begeisterte suchen. Roberts Romane haben mich angerührt. Ich habe sie schlicht verschlungen.

Perry Rhodan hat Robert unendlich viel zu verdanken. Und das nicht nur als Schriftsteller.

Als Exposé-Autor hat Robert die Serie über viele Jahre geprägt, die ganz großen Räder gedreht. Robert ist zu verdanken, dass Perry Rhodan nach wie vor der Gigant der deutschen Phantastik ist.

In der Exposé-Arbeit spielte Robert seine Stärken aus: seine Sachlichkeit, seine Team-Fähigkeit, seine Disziplin, seinen unerschöpflichen Ideenreichtum. Robert war mit Herz und Verstand bei der Sache und er besaß eine Fähigkeit, die nur wenige ihr Eigen nennen können: Er vermochte in Gedanken einen Schritt zurücktreten und die eigene Arbeit mit Abstand betrachten.

Und: Robert konnte loslassen. Wie oft habe ich als Autor seine Exposés umgeschmissen und mein eigenes Ding daraus gemacht. Robert, der in jedes einzelne Exposé viel Arbeit und Herzblut steckte, hat sich nie daran gestört. Eine Mail, ein Anruf genügte, um uns abzusprechen und grünes Licht zu bekommen für meine Änderungen – und oft kam eine Stunde, zwei nach unserem Gespräch eine Mail von Robert mit Vorschlägen, wie wir noch mehr aus meinen Ideen herausholen könnten.

Das ist wahre Größe.

Ein bemerkenswerter Mensch hat uns verlassen.

4 comments to Robert Feldhoff: ein Nachruf

  • Thomas Bappert

    Du triffst es, Frank!
    Roberts Tod ist ein genauso grosser Verlust wie damals bei Willi’s allzu frühem Tod.
    So wie sein Zwiebelschalenmodell in´der Serie noch prägend ist, so wird auch Robert’s Arbeit noch viele Jahre sichtbar sein.
    Ich hoffe nur, das die Serie diesen furchtbaren Verlust überwinden wird, das wäre auch im Sinne Roberts.

  • Frank Borsch

    Hallo Thomas,
    die Parallelen zu dem Tod von William Voltz sind schon erdrückend – aber zumindest um die Serie mache ich mir keine Sorgen: Perry Rhodan war schon immer das Werk von Vielen. Der gute Perry wird uns mit Sicherheit noch alle überleben … ;-)

  • Wolfgang Baer

    Hallo Frank,

    berührende Worte bezüglich Roberts Tod. Ich gebe Dir aber recht, Perry wird uns alle überleben und es sind auch noch weitere gute bis sher gute Autoren im Team. Und ihr werdet im Sinne von Robert nicht nur weiterschreiben sondern auch weitergehen in der Entwicklung. Das macht Perry aus, sie bleibt froever lebendig!

  • Hallo Frank,
    ich selbst habe Robert nur aus der Ferne gekannt, aber ich erinnere mich daran, wie wir uns kurz grüßten, als Robert Dir bei einem der früheren GarchingCons kurz mal etwas mitteilen mußte, als Du und ich uns gerade unterhielten. Nach einem gemurmelten “Hallo” (oder so etwas in der Art) meinerseits an Robert bin ich dann sofort ins Stocken geraten. Mir fehlten in dem Moment einfach die Worte, um irgendein kurzes Gespräch mit Robert zu führen.
    Als jemand, der ebenfalls in Norddeutschland aufgewachsen bin, habe ich also selbst so meine Schwierigkeiten mit dem Small Talk, und bei Deiner Beschreibung von Robert in der Hinsicht mußte ich schon etwas schmunzeln. Daher auch vielen Dank für Deine eigenen Worte zu Robert.
    Grüsse aus den USA,
    Arnold

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