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Und endlich steht die vielleicht wichtigste Woche des Jahres: der 14. bis 21. Oktober 2012. Zumindest für meinen Kollegen Michael Marcus Thurner und mich. In dieser Zeit bieten wir wieder unser Schreibcamp an. Unter dem Motto »Zusammen fantastische Romane schreiben!« haben wir uns in Hinterzarten im Südschwarzwald ein komplettes, heimeliges Hotel für eine Schreibwerkstatt gesichert, die im deutschsprachigen Raum ohne Gegenstück ist.
Interessiert? Weitere Infos gibt es auf schreibcamp.de – und hier findet ihr die Links zu Berichten von Teilnehmern des ersten Camps.
Vor kurzem hat Jens Bertrams von ohrfunk.de ein langes Interview mit mir über Perry Rhodan Neo und insbesondere die Exposéarbeit an der Serie geführt. Heute und morgen geht es auf Sendung.
Jens schreibt: “Am Samstag, den 26.11.11 um 16:05 Uhr und am Sonntag um 10:05 Uhr in der Wiederholung sende ich 2 Stunden lang über Perry Rhodan. Darin unter Anderem die Rede von Andreas Eschbach auf dem Con, kurze Ausschnitte aus Perry Rhodan und Neo, unser vollständiges Interview von 30 Minuten Länge, mein Interview mit Andreas Eschbach und Musik der Cosmolodics. Vielleicht auch Wim Vandemaans lustige Einführung in PR vom Con, aber das kommt auf die Zeit an, die wir haben. Beide Sendungen gibt es natürlich auf www.ohrfunk.de.”
Und die perfekte Ergänzung zur Sendung: Jens’ Bericht über den Perry Rhodan Weltcon 2011.
Heute werden Träume wahr.
Mit »Sternenstaub« erscheint der erste Roman der Serie PERRY RHODAN NEO – aus meiner Feder. Erneut bricht Perry Rhodan erneut zum Mond auf, fünfzig Jahre nach seinem ersten Abenteuer und schreibt die Geschichte der Menschheit in die Zukunft fort.
Es war ein langer Weg für unseren Helden – und ein langer Weg für mich.
Ich komme aus einer Arbeiterfamilie. Bücher gab es bei uns zu Hause nicht, zu lesen die Bild-Zeitung und die Hörzu. Aber: Es gab eine Stadtbibliothek in der Nähe. Dort kam ich zum ersten Mal in Berührung mit Science Fiction. Der Effekt war durchwachsen. Die Titelbilder mit ihren Flugapparaten, Robotern und Raumschiffen faszinierten mich, aber die Geschichten waren behäbig, der Funke wollte nicht überspringen. Als Kind war mir das unerklärlich. Heute ist mir klar, wo der Fehler lag: Verpackung und Inhalt passten nicht zueinander. Die Titelbilder waren auf der Höhe der Zeit, die Geschichten altbackene deutsche Zukunftsromane aus der Vorkriegszeit.
Immerhin genügte es, um mich anzufixen. Aber es war nicht der echte Stoff. Den sollte ich einige Monate später finden, an einem Ort, an dem ich es nicht vermutet hätte.
Einmal die Woche besuchte meine Mutter eine Freundin zum Kaffee trinken. Nachmittage, die mir wir die Ewigkeit erschienen. Alleingelassen mit meiner Langeweile, machte ich, was jeder Zehnjährige getan hätte: Ich drehte die Wohnung um – und stieß auf einen Schatz. Es war ein Karton mit PERRY RHODAN-Heften. Sie gehörten dem Mann der Freundin.
Die Titelbilder Johnny Brucks zogen mich in ihren Bann, ebenso die Titel der Romane wie die Untertitel. Ich las mein erstes Heft. Ich glaube, es war die Nr. 445 »Das Kommando-Gehirn« von H. G. Ewers (Untertitel: »Die Zeitreisenden kommen zu früh – eine Positronik will sie vernichten«). Ich verstand so gut wie nichts. Aber das war egal. Das hier war der echte Stoff. Ich spürte es.
Ich begann, mein Taschengeld in RHODAN-Heften anzulegen. Und bald eilte mir das Schicksal zu Hilfe: PERRY RHODAN sollte noch einmal neu beginnen. Der erste Roman der Vierten Auflage, teilten mir Anzeigen in den Heften mit, würde am 11. Oktober 1977 am Kiosk ausliegen.
Am 11. Oktober, gleich nach der Schule, war ich am Kiosk und erstand das Heft: PERRY RHODAN Nr. 1 »Unternehmen Stardust« von Karl-Herbert Scheer.
Diesmal sprang der Funke augenblicklich über. Diese Geschichte verstand ich: Der amerikanische Astronaut Perry Rhodan fliegt mit drei Kameraden zum Mond. Ihre Rakete, die STARDUST, stürzt ab. Kein Unfall, wie sich rasch erweist, sondern eine gezielte Manipulation. Die Täter sind Arkoniden, menschenähnliche Aliens, deren Technik schlicht märchenhaft ist. Sie sind mit einem riesigen Raumschiff auf dem Mond gestrandet. Perry Rhodan gelingt es, friedlichen Kontakt zu den Arkoniden herzustellen. Er kehrt mit dem weisen Crest da Zoltral zurück zur Erde und mit Hilfe der arkonidischen Technik vereitelt er den Dritten Weltkrieg und eint die Menschheit. Armut und Rassenhass, Kriege und die absurde Spaltung in Nationen sind Vergangenheit, als die Menschen aufbrechen, um das Universum zu erforschen …
Es ist die Geschichte einer Erlösung, die Karl-Herbert Scheer vor fünfzig Jahren niedergeschrieben hat. Der Mensch, der sich von den selbstauferlegten Fesseln befreit. Perfekt eingefangen in der Schlussszene des Romans: Perry Rhodan steht auf einem Hügel in der Wüste Gobi. Er blickt zur STARDUST, die er an einem Salzsee gelandet hat. Er ist zu einem Verräter an seinem Vaterland geworden. Aber Rhodan blickt nicht zurück. In Gedanken malt er sich aus, welche Möglichkeiten der Menschheit offenstehen – und löst die Rangabzeichen von seiner Uniform. Der Roman endet mit dem Satz: »Major Perry Rhodan hatte seinen Abschied genommen.«
PERRY RHODAN begleitete mich durch meine Teenagerjahre, öffnete mir das Tor zum Lesen und damit das Tor zur Welt. Irgendwann, ich muss achtzehn oder neunzehn gewesen, hatte ich mich an der Serie sattgelesen und wandte mich anderen Dingen zu. Ohne zu ahnen, dass Perry und ich uns eines Tages wieder begegnen sollten und ich seine Abenteuer fortschreiben sollte.
Begleitet hat mich mein Leben lang die Botschaft, für die Perry Rhodan steht. Es ist der unerschütterliche Glaube an das Gute im Menschen. Der Glaube daran, dass eine bessere Zukunft möglich ist, wenn wir sie nur selbst in die Hand nehmen – und nicht zuletzt die Aufforderung, unserer Neugierde und Abenteuerlust zu folgen.
Es ist diese Botschaft, die PERRY RHODAN ausmacht. Es ist diese Botschaft, die NEO weiterträgt.
Sie ist zeitlos und muss doch immer wieder neu erzählt werden. Die Welt hat sich in den vergangenen fünfzig Jahren rasant verändert. Sie ist aufregender und verrückter, als das spannendste und abgefahrenste Science-Fiction-Szenario. Zugleich gibt es bedrückende Konstanten: Nach wie vor existieren Kriege und Hungersnöte, Rassenhass und Diktaturen. Selbst die Gefahr eines atomaren Kriegs ist nicht gebannt. Zwanzig Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges besitzen die Großmächte nach wie vor die Mittel, die Erde mehrfach zu vernichten. Und nachdem der erste Elan der Obama-Regierung zur atomaren Abrüstung versandet ist, ist in dieser Hinsicht keine Besserung abzusehen. Die Angst, die Waffen aus der Hand zu legen, ist stärker als die Vernunft.
Dazu kommen Bedrohungen, die vor einem halben Jahrhundert noch nicht abzusehen waren, wie die globale Erwärmung. Nicht das Leben an sich auf der Erde steht auf dem Spiel, aber buchstäblich unser eigenes. Wir Menschen sind angepasst an die Erde, wie sie ist – verändert sich unsere Umwelt abrupt, wird es eng für uns.
Nur: Dieser Ausgang ist nicht vorherbestimmt. Menschen können sich ihren Fehlern und Verfehlungen stellen, können ihr Schicksal in die Hand nehmen. Wir müssen nur die Kraft in uns finden – und Träume werden wahr.

Seit fünf Jahren gibt es bereits die Buchhandlung am Schwarzen Kloster – der Nachfolger der UFO-Buchhandlung – und sie ist damit eine Institution: mit Sicherheit die Anlaufstelle für Phantastik-Freunde in Südbaden.
Es gibt also Grund zu feiern. Und das gleich mit mehreren Autorenlesungen: am 12. April mit Gunter Gerlach, am 13. April mit Helmut Ehls, am 15. April mit Uta-Maria Heim … und am Donnerstag, dem 14. April werde ich selbst lesen. Beginn ist 20 Uhr, der Eintritt kostet fünf Euro.
Drei Monate sind seit dem ersten Schreibcamp vergangen, und in der Zwischenzeit haben gleich mehrere der Teilnehmer ihre Eindrücke des Seminars im Netz veröffentlicht. Hier die Links im Überblick:
Und wer wissen möchte, wie es sich für uns Dozenten angefühlt hat: Michael Marcus Thurner zieht sein Resümee ebenfalls bei Zauberspiegel online, ich das meine hier auf bloße Worte.
PS: 2011 veranstalten Michael und ich zwei weitere Schreibcamps. Auf schreibcamp.de erfahrt ihr das wann, wo und wie …
Oft braucht es einen Anstoß, um sich selbst besser zu verstehen. Und oft kommt ein solcher Anstoß unerwartet. Wie zum Beispiel, als mich vor einiger Zeit Sascha Mamczak vom Heyne-Verlag um einen Beitrag zum Heyne Science Fiction Jahr 2008 bat. Das Thema: Utopia.
Angedacht war ein Artikel über Literatur, vielleicht das weltanschauliche Konzept Utopia – herausgekommen ist eine persönliche Betrachtung. Und die Erkenntnis, wie sehr das Internet meinen Lebensweg als Erwachsener bestimmt hat. Wer ihm ein Stück weit folgen möchte, hat jetzt auch hier in meinem Blog die Möglichkeit dazu: in Utopia 2.0.
Es geschah im Oktober: neun angehende Autoren sowie zwei Dozenten, Michael Marcus Thurner und ich, Frank Borsch, zogen uns für eine Woche in ein Hotel im Südschwarzwald zurück – zum Schreibcamp. Unser gemeinsames Ziel: fantastische Romane zu schreiben.
Es gelang. Und das in einer Art und Weise, die selbst die hohen Erwartungen, die Michael und ich in die Seminarwoche gesetzt hatten, übertrafen. (Für die, die es genau wissen wollen: hier ist Franks Bericht). Grund genug für uns, weitere Schreibcamps anzubieten. Die Termine: 9. bis 17. April und 22. bis 30. Oktober 2011.
Alle weiteren Infos findet ihr unter schreibcamp.de.
Als es schließlich ernst wurde, konnte ich ein gewisses Zittern in den Knien nicht verleugnen.
Was Michael und ich mit dem Schreibcamp wagten, war Neuland. Ein Experiment, an das wir große Hoffnungen knüpften – und mit ungewissem Ausgang.
Unsere Versuchsanordnung war einfach:
- Man nehme eine Woche Zeit.
- Dazu zwei Phantastik-Autoren, Michael Marcus Thurner und mich, Frank Borsch, die für dieselbe Serie schreiben (PERRY RHODAN), auch außerhalb von Serien einiges vorzuweisen haben (»Turils Reise« und »Alien Earth«), und die, wie sich rasch herausstellte, in ihrer Arbeitsweise nicht unterschiedlicher sein könnten, und paare sie als Co-Dozenten – miteinander verbunden im Wunsch, ihre Erfahrung und Erfahrungen weiterzugeben.
- Man finde man ein kleines, familiengeführtes Hotel im Schwarzwald, buche es komplett, bestelle Vollpension und schaffe damit einen Ort jenseits des Alltags.
- In dieses Hotel lade man neun angehende Autoren ein, die ein Ziel gemeinsam haben: einen Phantastik-Roman zu schreiben – und diesen Roman professionell zu veröffentlichen.
- Von diesen Autoren erbitte man im Voraus zwei Probekapitel und ein zugehöriges Exposé und schicke beides zur Begutachtung an alle Beteiligten.
- Anschließend wartet man – zunehmend nervöser – auf den Tag, an dem alles losgeht und stellt sich immer wieder die bange Frage: Wird unser Experiment gelingen? Werden tatsächlich phantastische Romane entstehen, wie wir es auf schreibcamp.de versprachen?
Am 10. Oktober, nach Monaten der Vorbereitung und Werbung, ging es los. Unser Motto war: »work hard, play hard.« Mit anderen Worten: konzentriert arbeiten und konzentriert erholen.
Die Seminartage waren lang. Sie begannen nach dem Frühstück, dauerten oft bis nach dem Abendessen und folgten einem simplen Prinzip: Alles drehte sich um die Manuskripte der Teilnehmer.
Wir besprachen einen Text nach dem anderen, und schon nach dem ersten Vormittag war klar, dass eine unserer Hoffnungen hielt, was wir uns von ihr versprochen hatten: Wir hatten Zeit. Viel Zeit. Kein Kratzen an der Oberfläche. Keine wildes, sprunghaftes Galoppieren durch Texte, wie wir es von Wochendseminaren gewohnt waren. Kein Aussparen von wichtigen Punkten, um nicht in Verzug zu geraten. Stattdessen Muße. Benötigte ein Text eine Stunde Zeit, hatten wir sie. Benötigte er zwei, hatten wir sie.
Am Montag Abend, der erste ganze Camp-Tag war überstanden, zogen Michael und ich erste Bilanz. Wir stellten fest, dass wir unseren Seminarplan in großen Teilen vergessen konnten. Aber das machte nichts. Im Gegenteil: Es war das Beste, was uns passieren konnte. Wieso? Weil ein Seminar in einer Hinsicht einem Roman gleicht: Du brauchst einen Plan, um einen Roman zu schreiben. Aber hast du den Roman geschrieben, und Plan und Roman stimmen überein, ist etwas schief gegangen. Ernsthaft schief. Dann lebt dein Roman nicht.
Das Schreibcamp lebte.
Michael und ich hatten uns Themeneinheiten zurechtgelegt: Worauf, zum Beispiel, kommt es bei Dialogen an? Wie hauche ich meinen Figuren Leben ein? Wie vermittle ich den Lesern meine Welt?
Wir hielten keine einzige dieser Einheiten. Stattdessen ergaben sich die Themen aus dem Fluss der Diskussion. Wirkte ein Dialog wie aus dem Leben gegriffen, analysierten wir wieso. Holperte er, diskutierten wir, wie man Dialoge schreibt, die natürlich wirken. War eine Figur lebendig, forschten wir nach, was ihr dazu verhalf. Konnte eine Figur nicht überzeugen, überlegten wir, wie man ihr Leben einhaucht. Begrub ein Manuskript seine Leser unter einer Lawine von Informationen, arbeiteten wir aus, wie man seine Leser am ausgestreckten Arm verhungern lässt (und sie um mehr betteln ), ohne sie orientierungslos stehen zu lassen.
Einige Themeneinheiten hielten wir nach Plan. Es waren diejenigen, bei denen wir uns vom Text lösten und in die Vogelperspektive gingen. Die Struktur einer langen Geschichte arbeiteten wir am Beispiel von »Slumdog Millionär« heraus (und gönnten uns gleichzeitig einen Beamer-Kinoabend ). Ich zeigte, welche Software mir beim Schreiben hilft (jenseits von Word tun sich Welten auf …), und Michael und ich gaben Einblicke in das Autorendasein. Ein zentraler Punkt für uns beide. Denn die Zeit, die du als Autor beim Schreiben verbringst, ist nur ein Aspekt deines Daseins. Stimmt der Rest nicht, wird es auch mit dem Schreiben nichts.
Und wir gingen noch weiter. Dein handwerkliches und übriges Geschick ist natürlich nur eine Seite der Medaille. Du kannst den besten Roman der Welt schreiben, doch findet er keinen Verlag, wird ihn niemand bemerken. Aber wie einen Verlag finden? Auf der Suche nach Antworten luden wir die »Gegenseite« ein. Klaus N. Frick, Chefredakteur der PERRY RHODAN-Serie, verbrachte einen Abend auf dem Camp, und berichtete davon, wie es in einem Verlag zugeht, was die Aufgaben eines Lektors sind und welche Fehler man beim Einreichen seines Manuskripts unbedingt vermeiden soll. Zwei Abende später folgte die Literatur-Agentin Beate Riess und erzählte, eben von der Frankfurter Buchmesse zurückgekehrt, davon, wie man an Verlage herangeht und welche Erwartungen sie an Manuskripte hat.
Eine Menge Stoff, die es zu verarbeiten galt. Perfekt die lange Mittagspause. Wir hatten Glück und die Oktobersonne verwöhnte uns. Wir nutzten sie zum Joggen, Spazieren oder einfach in der Sonne räkeln und sacken lassen.
Am Donnerstag schließlich waren wir mit dem Besprechen »durch«. Es wurde ernst: Nach Tagen der Trockenübung stand der Sprung ins kalte Wasser an. Die Teilnehmer klemmten sich an ihre Laptops und machten sich daran, die Theorie der vergangen Tage in die Praxis umzusetzen und ihre Texte zu überarbeiten. Er wurde ruhig im Hotel … allerdings nicht für Michael und mich: Ein Einzelgespräch mit Teilnehmern folgte auf das andere.
Dann, Freitag um 12 Uhr 30, schlug die Stunde der Wahrheit: unsere interne Deadline. Meine Mailbox quoll über (praktischerweise hatten wir WLAN im Hotel ), ich warf meinen Drucker an und es ging ans Lesen …
… und …
… und der letzte Rest von Nervosität, der Michael und mir geblieben war, fiel von uns ab.
Die Texte lebten. Und wie!
Jedes der Manuskripte – ausnahmslos jedes – hatte einen riesigen Sprung gemacht. Aus »würde ich weiterlesen …« war »muss ich unbedingt weiterlesen!« geworden. Charaktere, denen der innere Antrieb fehlte, hatten sich in Helden verwandelt, mit denen man mitfiebert. Vormals ziellos dahinplätschernde Erzählungen knisterten plötzlich vor Spannung und Dynamik. Weitschweifige Erläuterungen hatten der einen geschickt platzierten Andeutung Platz gemacht, die einen Leser nicht mehr loslassen will. Gestelzte Dialoge waren zu Wortwechseln mutiert, die dich packen und nicht mehr loslassen wollen.
Am Sonntag, nach einer Woche, die uns wie ein langer Monat vorkam, ging es an den Abschied. Er wird nicht von Dauer sein. Rüdiger, Ansgar, Ulf, Hanna, Steffi, Melanie, Gilbert, Gerhard und Stefan – wir lesen uns!
PS: Wie bei jeder guten Geschichte gilt: Fortsetzung folgt! Für das Jahr 2011 planen wir weitere Schreibcamps. Neugierig? Dann schick eine Mail an info@schreibcamp.de, und wir melden uns bei dir, sobald die Termine feststehen!

Es gibt wohl wenige Beschäftigungen, über die mehr Klischees im Umlauf sind als die des Autors. Schriftsteller sind eigensinnige (und oft absonderliche) Zeitgenossen, ringen mit sich selbst und der (widerwilligen) Muse, schreiben in einsamen Berghütten oder in Bars, helfen mit einem guten Drink nach – oder vielleicht auch ein paar Pillen. Was sie auf jeden Fall nicht haben, ist ein Acht-Stunden-Tag. Schriftsteller gehen in ihrer Arbeit auf: Schreiben ist ihr Leben.
Schreiben ist auch mein Leben. Auch. Was sonst noch dazu gehört, habe ich vor kurzem in einem zweiteiligen Artikel für den Autoren-Newsletter The Tempest aufgeführt: Immer was am Laufen. Jetzt gibt es den Artikel auch hier im Blog. Teil 1: Schreibtischtiefen und Teil 2: Läuferhochs.
Eines ist Sciencefiction-Autoren beinahe unmöglich: Geschichten mit Technik-Bezug zu schreiben, die nicht innerhalb weniger Jahre veralten. Aber zum Glück gelingt Sciencefiction-Autoren hin und wieder das Unmögliche .
Zum Beispiel mit meiner Kurzgeschichte “Feldforschung”. 1999 als eine meiner ersten Arbeiten bei Heyne erschienen, handelt sie von der “digital divide”, der Spaltung der Gesellschaft zwischen denen, die im Internet heimisch werden, und jenen, die – aus welchen Gründen auch immer – sich bestenfalls die Nase an der Scheibe der schönen, neuen Online-Welt platt drücken. Und siehe da: Geschrieben in der Urzeit des Netzes, fühlt sie sich über zehn Jahre später immer noch frisch an .
Jetzt ist “Feldforschung” neu erschienen: In Ausgabe 31 des Literaturmagazins Klivuskante.
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